Was ändert das HT Hotend bei CORE One+ und L+?
Das HT Hotend hebt die Drucktemperatur auf 400 °C und lässt sich in weniger als einer Minute gegen ein anderes Hotend tauschen. Es wird als Upgrade für vorhandene Drucker oder ab Werk an einer neuen CORE One L+ angeboten. Mit INDX ist es nicht kompatibel. Prusa argumentiert, Hochtemperaturdruck sei meist teuer, sowohl wegen der Materialien als auch wegen der dafür üblichen Spezialmaschinen.
Welche bestehenden Materialien profitieren?
Druck oberhalb von 300 °C verbessert die Zwischenschichthaftung mehrerer Prusaments, die auch mit Standard-Hotend laufen. Prusa nennt gemessene Zuwächse von 23 % bei PA11 Carbon Fiber, 18 % bei ASA und je 7 % bei PC Blend und PC Blend Carbon Fiber.
Welche neuen Filamente und Druckplatten gibt es?
Im E-Shop kommen drei Filamente hinzu: Siraya Tech Fibreheart PPA-CF Core, Fiberon PPS-CF10 und Fiberon PPS-GF20. PPA-CF wird als öl- und kraftstoffbeständig bis 199 °C im getemperten Zustand beschrieben, PPS mit höchster chemischer Beständigkeit, UL94 V0 und 252 °C Wärmebeständigkeit. Das glasfaserverstärkte PPS zielt auf Elektronikgehäuse, da es Funksignale nicht blockiert. Die HighTemp-Platte, bisher für den Prusa Pro HT90 erhältlich, gibt es nun auch für CORE One+ und L+ für Materialien wie PEI, PEEK, PEKK, PPSU und PPS.
Welche Grenzen und Vorsichtsmaßnahmen gelten?
Die 400 °C Düse würde Materialien wie PEKK-A CF erlauben, doch die Kammertemperatur von 60 °C ist der begrenzende Faktor, sodass nur kleine Teile gelingen können. Prusa empfiehlt Filterung, da die meisten Hochtemperaturmaterialien gefährliche Dämpfe abgeben, sowie eine Prusa USS Drybox, weil Materialien wie PEI1010 binnen Stunden Feuchtigkeit aufnehmen.
