Wie kam der 3D-Druck auf die Feuerwache?
Die Idee stammt von Lukáš, einem Feuerwehrmann, der zu Hause als Hobby druckt. Nach einem Besuch der Crew im Prusa-Werk stellte Prusa einen Drucker für einen Pilotbetrieb auf der Hauptwache bereit. Dort dienen rund 67 Einsatzkräfte in drei wechselnden 24-Stunden-Schichten, und jede Schicht hat einen geschulten Bediener, der das Gerät betreut und Materialverschwendung gering hält.
Was wird gedruckt, und was spart es?
Die Crew fertigt Lampenhalter, Funkgerätehalterungen, Werkzeugträger für Fahrzeugfächer, Türkeile mit Halt auf nassen Fliesen und leichte Aufzugschlüssel. Passgenaue Halterungssets für Äxte, Mopps und Abzieher ersetzen handelsübliche Werkzeugschienen. Prusa nennt Einsparungen von etwa 90 bis 95 Prozent bei Teilen wie Helmhalterungen, für die zuvor Originalteile des Herstellers gekauft werden mussten. Schwer beschaffbare Druckstopfen für Trockenanzüge werden lokal für Dichtheitsprüfungen gedruckt. Meist wird in Prusa Orange gedruckt, passend zu den Fahrzeugen und gut sichtbar in dunklen Fächern. Vor dem Einsatz werden die Teile getestet, auch in der Flashover-Trainingsanlage der Feuerwehr.
Warum spielt Cybersicherheit eine Rolle?
Als staatliche Stelle muss der Dienst Vorgaben der tschechischen Cybersicherheitsbehörde NÚKIB einhalten. Laut Artikel scheiden viele Consumer-Drucker aus, weil sie externe Clouds und geschlossene Software voraussetzen. Der Prusa-Drucker läuft vollständig offline, Dateien kommen per USB-Stick oder lokalem Netz über PrusaLink, und er wird in Prag gebaut.
Wie geht es weiter?
Die Technische Abteilung der Brigade druckt Innenverkleidungen, Schlauchadapter und Werkzeughalter für schwere Fahrzeuge, die USAR-Einheit für Suche und Rettung leichte Kamerahalter und Sensorgehäuse. Prusa plant dazu eigene Fallstudien. Auch andere tschechische Feuerwachen drucken und tauschen Modelle und Testergebnisse über Printables.com und bei regionalen Workshops aus.
