Was ändert sich vom CORE One L zum L+?
Die wichtigste Änderung ist eine Silikonbürste, die die Düse abwischt. Frühere Prusa-Maschinen reinigten die Düse vor dem Bed Leveling durch Antippen des Druckbetts, wobei kleine Filamentpunkte auf der Platte blieben. Bei nachlaufenden Hochtemperaturfilamenten schlug das Abwischen häufiger fehl, und der Drucker schaltete dann die Betttheizung ab, bis jemand eingriff. Laut Tester macht die Bürste die Maschine für unbeaufsichtigten Druck verlässlich.
Der L+ erhält außerdem GT1.5-Riemen und Antriebsräder mit engerer Zahnteilung, die laut Test zu glatteren Oberflächen beitragen. Die Maschine wird ab Werk kalibriert, sodass der erste Druck etwa fünf Minuten nach dem Auspacken startet. Sie wird nur fertig montiert verkauft, einen Bausatz gibt es nicht.
Wie schlägt sich der Drucker im Dauereinsatz?
Der Tester betrieb den Vorgänger CORE One L über 1000 Stunden und druckte abrasive Carbon- und Glasfaserfilamente ohne Probleme. Das Bauvolumen beträgt 300 x 300 x 330 mm, der Rahmen ist aus Metall, die Kammer beheizt. Das Bett ist eine dicke Aluminiumplatte, die automatisch zwischen 110 V und 220 V wechselt. Neben der montierten CHT-Messingdüse liegt eine gehärtete Stahldüse bei. Die Maschine lässt sich auch komplett offline betreiben, was laut Test für Unternehmen und Behörden mit strengen Datenvorgaben nützlich ist.
Welche Grenzen und Optionen gibt es?
Das Hotend erreicht weiterhin nur 290 °C, weniger als die in dieser Klasse üblichen 300 °C und weniger als beim Bambu H2S mit 350 °C und beim Qidi XPlus 5 mit 370 °C. Prusa bietet ein optionales HT-Hotend bis 400 °C für 199 Dollar an, das zum Testzeitpunkt aber nicht lieferbar war. Ein optionales Filtermodul mit HEPA- und Aktivkohlefiltern ist erhältlich und lässt sich an eine Lüftungsanlage anschließen. Der L+ ist zudem mit dem Umbausatz Prusa INDX kompatibel, der für vier Werkzeuge 799 Dollar und für acht 1.079 Dollar kostet.
